Die Inszenierung entstand 2021 im Eindruck der Unwetterkatastrophen in NRW. Die Folgen des menschengemachten Klimawandels wurden uns direkt vor unsere Haustür gespült, offenbarten die Notwendigkeit, umzudenken und umfassende Veränderungen von Handlungsmaximen zu verwirklichen. Sind Politiker bereit, „nur weil jetzt ein solcher Tag ist“ (A. Laschet), die Politik zu ändern?
Und die einzelnen Menschen? Fühlen sie sich verantwortlich? Welche Anstrengungen sind sie bereit, auf sich zu nehmen? Welche Wirksamkeit kann das Indivuum überhaupt erzielen? Ist der Mensch, der menschliche Geist, das menschliche Gehirn überhaupt in der Lage, im Einklang mit der eigenen Spezies, der Umwelt zu leben?
Im Text Christa Wolfs, der im Eindruck des Super-Gaus in Tschernobyl entstand, fanden wir in dem Motiv des "Blinden Flecks" den Anknüpfungspunkt zu heutigen Debatten.
Die Bedrohung nicht im äußeren Feind sehen, sondern „im eigenen Innern. - der eigenen Wahrheit ohne Angst ins Gesicht sehen.“ Ist dies die „allerutopischste von allen Utopien?“ (C.W.)
Das Stück bietet Zuschauer:innen verschiedener Generationen eine ästhetisch und inhaltlich komplexe Plattform für gesellschaftlichen Diskurs.